Theater zum Anschauen und Mitmachen
Auf vielen Bühnen bilden Menschen die Welt ab – auch im Neckar-Odenwald-Kreis.
„Theater muss sein“, lautet das Motto einer viel beachteten Initiative des Deutschen Bühnenvereins. Auch wenn es in Mosbach kein festes Theaterhaus gibt, müssen die Bewohnerinnen und Bewohner des Elzmündungsraums deshalb nicht auf spannende Bühnenerlebnisse verzichten.
Neben den regelmäßigen Auftritten der Badischen Landesbühne Bruchsal gibt es im Neckar-Odenwald-Kreis unterschiedliche Publika: im Freien wie in Sälen, von Profis wie von engagierten Laien, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Das Theater den Zustand der Gesellschaft abbilden kann, zeigt sich dabei ebenso wie eine erstaunlich große inhaltliche Bandbreite. Besonders während der Wintermonate präsentieren diverse lokale Vereine von Diedesheim bis Schefflenz gerne Dreiakter bis Sechsakter, die durch ihren persönlichen Bekanntschaften vieler Zuschauer mit den Schauspielern an Unterhaltungswert gewinnen.
Einen weiteren, integrativen Ansatz verfolgt Regisseur Alexander Kaffenberger. Seit Jahren verwandelt er mit seinem Ensemble „KleinOd“ den Schwarzacher Gemeindesaal in ein Freiluft-Theater.
Siebzig Aufführungen vor rund 75 Jahren ist die Badische Landesbühne eine der wichtigsten Kulturinstitutionen Mosbachs. Zehn Aufführungen absolviert das Tourtheater in Mosbach, im Schnitt kommen jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
Das große Kuchenstück bildet dabei der Mosbacher Sommer mit Open-Air-Auftritten der BLB. Daneben gibt es einzelne Aufführungen, mobile Produktionen und Figurentheater in der Mediathek.
Als Lehrerin für Deutsch, Sport sowie „Literatur und Theater“ arbeitet Wiebke Stölting am Auguste-Pattberg-Gymnasium mit Jugendlichen zusammen. Ein Projekt mit den Jugendlichen bildete die preisgekrönte und bundesweit beachtete Inszenierung eines Musicals über Marie Juchacz, die Gründerin der Arbeiterwohlfahrt.
Während einer Zusatzausbildung an der Heidelberger Theaterwerkstatt bei Wolfgang Schmidt hat Stölting Erfahrungen in den Bereichen Regie, Tanz und Schauspiel gesammelt. Daraus entwickelte sie 2020 ein neues Format in Mosbach: das Mitmachangebot „Theater 60 Plus“.
Hier geht es weniger darum, fest umrissene Texte umzusetzen. Stattdessen erhalten die Akteure kleine Übungsanweisungen und Impulse, die ein improvisiertes Spiel ermöglichen. Literarische Vorlagen können ebenso einfließen wie Autobiografisches.
„Theater spielen heißt, die Konzentration auf sich selbst zu richten, den eigenen Körper möglichst neu zu erfahren und mit anderen in Bezug zu setzen“, beschreibt Stölting ihren Blick auf das 60plus-Theater.
Für sie braucht es nicht immer große Stücke. In ihrem 60er-Theater dürfen Interessierte dazustoßen. Vorherige Erfahrung ist nicht notwendig, auch Texte müssen nicht auswendig gelernt werden. „Jede Stunde probieren wir was Neues aus“, lautet ihre Zusammenfassung.
Hinweis: Dieser Text ist als gut lesbare Webfassung aus dem eingescannten Zeitungsbericht gesetzt.